Lernbegleiter und Mentor

Alexander Villmow, angehender Erzieher, über seine pädagogische Haltung.

 

Im Berliner Bildungsprogramm spielt die professionelle Haltung der Erzieher/innen eine wichtige Rolle. Diese zeichnet sich durch ein individuelles Muster von Einstellungen, Werten und Überzeugungen aus, die im Kitaalltag immer wieder hinterfragt werden müssen. Mit dem Ziel, Kinder an der Gestaltung des Kitaalltags gleichberechtigt und verantwortlich zu beteiligen. Wie sieht dies in der Praxis aus?

 

Alexander Villmow, Sie absolvieren berufsbegleitend ihre Ausbildung in der Kita Stallschreiberstraße. Wie wird das Thema Pädagogische Haltung in der Ausbildung vermittelt?

Anfangs habe ich im Kita-Alltag beobachtet, wie die Kolleg/innen mit den Kindern umgehen. Jede/r bringt seine eigenen Erfahrungen mit ein, denn jede Persönlichkeit ist individuell, hat eine eigene Biografie und reagiert und agiert dementsprechend mit den Kindern unterschiedlich.

 

Dann kam die Theorie der Schule dazu. Hier wurde uns vermittelt, dass der wertschätzende Umgang mit dem Kind auf Augenhöhe essenziell ist, dass man die Kinder individuell einbindet und dass man sich auf sie einlässt, sich selbst zurücknimmt und berücksichtigt, was das Kind an Ressourcen, Interesse etc. mitbringt. Über die pädagogische Haltung wird in der Ausbildung lernfelderübergreifend diskutiert, da sie die Klammer für alle Bereiche des Arbeitens mit den Kindern bildet.

 

 

Fällt Ihnen ein konkretes Beispiel aus der Praxis ein, wo sie persönliche Erfahrungen in die Arbeit mit den Kindern eingebracht haben?

Ich bin viel auf Reisen und setze mich permanent mit anderen Kulturen auseinander. Das ist in unserer Kita ähnlich. Wir haben in unserer Kita Kinder, die aus unterschiedlichen Kulturen kommen oder besondere Prägungen mitbringen. Viele haben lange Reisen hinter sich und einige Kinder auch Fluchterfahrung. Bei ihnen ist die Herausforderung, besonders sensibel zu sein und die eigenen Erwartungen herunterzuschrauben. Kinder mit Migrationshintergrund müssen zuerst durch uns aufgefangen und angenommen werden. Oft sind sie erst mal orientierungslos und reagieren anders, als wir es gewohnt sind.

 

 

Was ist Ihre pädagogische Haltung?

Kinder entdecken die Welt mit ihren eigenen Augen und meine Grundhaltung ist, mich auf das Kind einzulassen und so herauszufinden, was es für seine Entwicklung an Unterstützung braucht. Kinder auf dieser Entdeckungsreise zur Seite zu stehen und zu unterstützen, ist für mich immer wieder spannend und sinnstiftend. Unser Arbeitsalltag soll sich nach dem Entdeckungstrieb der Kinder richten, nicht nach dem, was uns gerade vorschwebt. Das ist manchmal schwer auszuhalten, aber stellt für mich den Unterschied zwischen Erzieher/innen als Animateur und einem pädagogisch fördernden Ansatz dar.  

 

Wir reden in der Ausbildung immer wieder darüber, dass wir eigentlich keine Erzieher sind. Der berufliche Alltag hat mich sehr verändert. Ich sehe mich eher als einen Lernbegleiter und Mentor.

 

Erzieher mit Haltung und vieles mehr gibt es bei Orte für Kinder. 

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